Warum Angestellte bei der Immobilienfinanzierung die besseren Karten haben

„Ich habe doch nur einen Angestelltenjob, reicht das überhaupt für Immobilien?“ Diese Frage kommt häufig. Die ehrliche Antwort: Ja. Und oft sogar besser als bei Selbstständigen.

Gerade bei Immobilien als Kapitalanlage haben Angestellte bei Banken strukturell bessere Karten. Nicht, weil sie mehr verdienen, sondern weil ihr Einkommen planbar, stabil und leicht bewertbar ist.

Warum Banken Angestellte bevorzugen
Banken bewerten keine Träume, sondern Risiken. Sie fragen nicht, was möglich wäre, sondern wie wahrscheinlich eine Rückzahlung ist.

Ein unbefristetes Angestelltenverhältnis liefert genau das, was Banken wollen:

  • Regelmäßiges Einkommen ohne starke Schwankungen
  • Klare Nachweise durch Gehaltsabrechnungen
  • Hohe Planungssicherheit über viele Jahre

Konkret bedeutet das für dich:

  • Drei Gehaltsabrechnungen reichen oft als Bonitätsnachweis
  • Kein Businessplan, keine BWA, keine komplexen Rückfragen
  • Schnellere Kreditentscheidungen
  • Häufig bessere Zinsen als bei vergleichbaren Selbstständigen

Kurz gesagt: Du bist für die Bank ein berechenbarer Kunde und das wirkt sich direkt auf deine Finanzierungschancen aus.

Warum Selbstständige mehr Hürden haben
Selbstständige können selbstverständlich auch Immobilien finanzieren. Aber der Weg ist meist steiniger:

  • Einkommen schwankt, auch bei hohen Umsätzen
  • Banken rechnen konservativ und kürzen oft den angesetzten Gewinn
  • Mehr Unterlagen, längere Prüfungen, strengere Auflagen
  • Häufig höhere Zinssätze oder mehr Eigenkapital notwendig

Das ist kein Werturteil, sondern Banklogik. Stabilität wird höher bewertet als Potenzial. Als Angestellter profitierst du genau von diesem System, wenn du es richtig nutzt.

Diese Voraussetzungen erwarten Banken bei Angestellten
Damit du als finanzierungsfähig und investitionsbereit eingestuft wirst, sollten ein paar Punkte erfüllt sein:

  • Unbefristeter Arbeitsvertrag
  • Haushaltsnettoeinkommen ab ca. 2.800 € netto
  • Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate
  • Saubere Schufa und geordnete Kontoführung
  • Keine übermäßigen Konsumkredite oder Leasingverträge

Sind diese Punkte gegeben, sind 100 % oder sogar 110 % Finanzierungen realistisch, bei passendem Objekt und sauberer Struktur.

Wie du deinen Vorteil strategisch nutzt
Viele Angestellte warten zu lange. Sie denken, sie müssten erst mehr verdienen oder jahrelang sparen.

In der Praxis gilt oft das Gegenteil:

  • Früher Einstieg bedeutet mehr Zeit für Tilgung und Wertsteigerung
  • Abschreibung und Werbungskosten senken sofort deine Steuerlast
  • Gute Bonität ermöglicht schnelles Handeln bei attraktiven Objekten

Mit stabilem Einkommen kannst du:
Immobilien auch ohne klassisches Eigenkapital kaufen
Schneller Finanzierungszusagen erhalten
Zins und Tilgung aktiv verhandeln
Systematisch Vermögen aufbauen, statt nur zu sparen

Fazit: Stabilität schlägt Einkommen
Du brauchst kein Spitzengehalt und kein großes Vermögen auf dem Konto. Was zählt, ist Planbarkeit, Bonität und ein klares System.

Als Angestellter bringst du genau die Voraussetzungen mit, die Banken lieben. Wer das versteht und strategisch nutzt, hat bei der Immobilienfinanzierung oft bessere Karten, als er selbst glaubt.